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Wird W-social das große neue große Ding?

·3 min· Entwurf

Ein neues soziales Netzwerk öffnet die Tore. W-Social ist sein Name und das W hat seine Bedeutung. Es steht vor X, dem Social Network von Elon Musk (ehemals Twitter). Aus dem W wiederum lassen sich die beiden Buchstaben VV ableiten. Diese stehen für Value und Verify. Verify ist das USP des Netzwerkes. Alle Teilnehmer müssen sich über ein Live-Video und einen Ausweis identifizieren, sonst ist der Zugang versperrt. Dabei werden (angeblich) die Identitätsmerkmale gelöscht und durch ein Token ersetzt. Der Code der Plattform ist, im Unterschied zu Mastodon im Fediverse, proprietär und verschlossen. Das Geschäftsmodell soll Werbung sein, ist aber aus heutiger Sicht unklar.

Durch die Verwendung des von Bluesky erfundenen AT-Protokolls, sind die Nutzer von Blueskys sofort dabei. Damit ist das neue Netz zu Beginn keine Geisterstadt, was eigentlich gut ist. Es gibt aber auch einen geschlossenen Bereich in w-social, in dem nur „die identifizierten Mitglieder von w-social“ dabei sind. Also, um es polemisch zu sagen, es sind die blauen Häkchen von X, die aber diesmal funktionieren sollen.

Wer steht hinter der Plattform?
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Hinter der Plattform stehen

Jörg M. @AgilePreacher@norden.social

@3sat
Och Leute, kein einziges Wort darüber, dass W-Social schlagartig kein Open Source mehr ist?
Dass sie in einer Nacht-und-Nebel Aktion sämtlichen Code bei GitHub gelöscht haben, was sonst niemand tut?
Oder darüber, dass im Advisory Board einige fragwürdige BigTech-Leute aus dem Silicon Valley und Faschisten- Sympatisanten sitzen?

Seid ihr gekauft worden?

Dennoch bleibt die Frage, warum sollte man sich das antun?

Ich gebe zu, dass ich nach etwas nachdenken, es gut finde, dass es zumindest ein Netzwerk gibt, bei dem sich alle Nutzer identifizieren. Es wird niemand dazu gezwungen, da es genug etablierte Alternativen gibt, aber hier ist ein Ort für (hoffentlich) echte Menschen. Diese dürfen, auch nach Identifikation völlig anonym auftreten und alle denkbaren Ansichten vertreten. Als Fan der Meinungsfreiheit, finde ich das auch erst einmal richtig.

Ich finde es weiterhin auch gut, dass es keine Blocklisten gibt. Blocklisten widersprechen der Meinungsfreiheit und verhindern Diskurs. Ich bin sowohl auf X, als auch auf Mastodon unterwegs. Tatsächlich muss ich sagen, dass trotz teilweiser sehr unsachlichen Kommentaren, ich auf X eher das Gefühl habe, mich äußern zu können. Auf Mastodon schwingt die Blockkeule schneller, als man denkt. Sowohl von Usern, als auch von Administratoren.

Blocklisten widersprechen der Idee der Meinungsfreiheit. Ich möchte weder linke noch rechte Meinungen gefiltert sehen. Ich halte mich und die anderen Teilnehmer für souverän genug, dass diese selbst über das Folgen bestimmen. Jeder soll selbst entscheiden, welche Inhalte interessieren und welche nicht.

Ich mag an w-social auch, dass die Server in Europa stehen und damit den Datenschutzinteressen der Europäischen Union genügen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die fehlende Interoperabilität mit dem Fediverse betrachte ich als Nachteil. Diese offene dezentrale Alternative wird ignoriert und es wird sogar so getan, als ob das Fediverse nicht existiert.

Schlecht finde ich auch, dass w-social proprietär ist. Warum ist der Quellcode nicht offen? Warum werden die Algorithmen nicht offen gelegt. Selbst X ist hier weiter, trotz aller Kritik.

Dennoch, ich habe mich entschlossen. Ich werde diesem Netzwerk eine Chance geben. Es könnte eine veritable Alternative zu X werden. W-Social könnte vielleicht für Politik, Journalismus und offenen Diskurs auch unangenehmer Themen eine gute Plattform werden.

Ich bin, sozusagen auf der Warteliste und gebe eine Chance. Mehr aber auch nicht.

Was ist deine oder eure Meinung von w-social? Schreibe einen Kommentar auf Mastodon.